Alles unter einem Dach
Espachstift investiert elf Millionen Euro in Seniorenwohnanlage
Mit seiner Seniorenwohnanlage möchte das Espachstift vor allem neue
Angebote schaffen. «Wir reagieren damit auf mehrere Entwicklungen», so
Geschäftsführer Klaus Rockenmaier. So zeige sich, dass ältere Menschen
bis ins hohe Alter ihre Selbstständigkeit so weit wie möglich behalten
wollen. Zudem gelte es, das Angebot für die steigende Zahl
demenzerkrankter Menschen auszuweiten. «Nicht zuletzt ist auch die
Gefahr der Vereinsamung im Alter ein Thema», so Rockenmaier.
Entsprechend breit ist das Angebot in der neuen Seniorenwohnanlage geplant. So wird es rund 30 Wohnungen zwischen 47 und 85 Quadratmetern geben, die ausschließlich vermietet werden. Die Bewohner haben die Möglichkeit, zahlreiche Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.
Das Spektrum reicht von pflegerischen Angeboten über die hauswirtschaftliche Versorgung bis zu gemeinsamen Veranstaltungen im Haus oder im benachbarten Espachstift. Auch dort gibt es bereits 15 Wohnungen dieser Art.
Neu allerdings ist die Einrichtung einer Tagespflegestätte für 12 bis 15 Menschen. Dabei handelt es sich um ein Betreuungs- und Pflegeangebot für Menschen, die sich nicht (mehr) selbst vollständig versorgen können. Eine dritte Säule des Konzeptes sind 14 sogenannte Pflege-Wohn-Appartements mit je 33 Quadratmetern. Sie sind etwas kompakter und verfügen jeweils auch über einen kleineren Küchenbereich. «Wir denken dabei an Mieter, die ihren Rückzugsbereich haben wollen, aber ebenso die Gemeinsamkeit schätzen», so Rockenmaier. Auch an Menschen, die schon ein gewisses Maß an Pflege brauchen, richtet sich dieses Angebot.
Der Geschäftsführer spricht von einem künftig «durchgängigen Angebot» des Espachstifts.
Ein öffentliches Café mit Bäckerei und Terrasse im Erdgeschoss, Gemeinschafts- und Veranstaltungsräume, Büros und ambulante Pflegeeinrichtungen komplettieren den Bau. «Wir möchten kein von der Außenwelt abgeschottetes Haus», sagt Rockenmaier. Die Tiefgarage soll den Bewohnern, Besuchern und den Mitarbeitern des Espachstifts zugutekommen.
Akzente setzen möchten auch die Mindelheimer Architekten Ingo Gebauer und Andrea Epple. Ihre Idee basiert auf einem transparenten und hellen, modernen Gebäude, das sich in drei Teile gliedert und je nach Abschnitt drei bis vier Geschosse hat. Im mittleren Teil wird es einen Multifunktionsraum sowie eine Dachterrasse geben. Die flexible Verschattungsvorrichtung mit Lamellenschiebeläden gebe jeder Wohnung eine individuelle Note, so Andrea Epple.
Um das Gebäude herum soll eine parkähnliche Anlage entstehen. «Wir planen in Richtung Passivhausstandard», so Gebauer.
Die Bauarbeiten auf dem rund 5500 Quadratmeter großen Gelände sollen im Frühjahr kommenden Jahres beginnen. Im Winter 2012 werden voraussichtlich die ersten Bewohner einziehen können.
Quelle: Allgäuer Zeitung vom 20.08.2010
Architekt: Ingo R. Gebauer, 87719 Mindelheim, Tel.: 08261 / 70203




