Eine große Chance für ältere Menschen

Stiftsterrassen-Bewohner der ersten Stunde
03.12.2018

  • Klaus Thiel in den Stiftsterrassen. Der 76-Jährige ist einer der Bewohner der ersten Stunde.

Eine große Chance für ältere Menschen

 

Klaus Thiel ist Stiftsterrassen-Bewohner der ersten Stunde. Am Betreuten Wohnen schätzt er den maximalen Freiraum – mit der Gewissheit, dass er bei Bedarf Unterstützung bekommt

 

Der erste Tag in den Stiftsterrassen? „Der war hektisch“, erzählt Klaus Thiel mit einem leichten Schmunzeln. Zusammen mit seiner Frau war er vor fünf Jahren unter den ersten Personen, die ihre Wohnung in den frisch erbauten Stiftsterrassen bezogen. „Der Parkplatz vor dem Haus stand voller Möbelwagen“, erinnert er sich an den großen Einzugstag. In die Stiftsterrassen waren sie gezogen, da seine Frau Elisabeth erkrankt und ihre Wohnung im Unterallgäu nicht barrierefrei war. Außerdem, erinnert sich Thiel, wollte seine Frau gerne in die Nähe ihres Enkels, der in Kaufbeuren Eishockey spielt.

 

Ein Jahr nach dem Umzug verstarb seine Frau, Thiel aber blieb in den Stiftsterrassen. „Ich habe mich hier eingelebt und wollte nicht mehr weg“, erklärt er.  Das Haus sei in einem guten technischen Zustand, schön und großzügig. Auch in seiner Wohnung fühle er sich wohl. „Wenn ich Besuch bekomme, dann ist das Staunen immer groß“, erzählt er. Auch, wenn sich das Betreute Wohnen mit einem ganzen Pflege-Betrieb unter einem Dach befindet, fühlt Thiel sich wie ein ganz normaler Mieter – mit dem großen Vorteil: „Man kann selbstbestimmt wohnen, aber jederzeit auch Hilfe oder eine leichtere Pflege beantragen“, erklärt er. Auch die Bewohner helfen sich gegenseitig und achten aufeinander. „Wenn man Unterstützung braucht, bekommt man sie auch.“

 

Im Café Stiftsterrassen, das sich direkt unter seiner Wohnung befindet, ist Thiel mittlerweile Stammgast. Ein großer Mehrwert sei es, dass hier Bewohner auf Nicht-Bewohner treffen, findet er. „So bekommen die älteren Menschen mit, dass es auch noch andere Mittelpunkte im Leben gibt“, erklärt er nachdenklich. Bei den regelmäßigen Jazzabenden und den Weihnachts- und Ostermärkte im Café ist Thiel stets anzutreffen.

 

Schon in seiner Unterallgäuer Heimat Ungerhausen war Thiel engagiert in Vereinen, dem Gemeinderat und 18 Jahre lang sogar als zweiter Bürgermeister. Auch jetzt noch ist der ehemalige Berufssoldat fast täglich unterwegs. Er besucht einen Spanisch-Kurs, schreibt regelmäßig Berichte für die lokale Tageszeitung, geht am Elbsee spazieren und genießt den Klosterberggarten, den er in seiner Zeit in Kaufbeuren besonders liebgewonnen hat.

 

Überhaupt genießt der 76-Jährige die Möglichkeit, sein Leben in den Stiftsterrassen aktiv und nach seinen eigenen Wünschen zu gestalten. Dazu tragen auch die monatlichen Veranstaltungen und die hervorragende Lage des Wohnkomplexes bei. „Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Apotheken, Post - es ist alles in der Nähe“, zählt Thiel auf.

 

Das ist auch der Grund, warum er die Stiftsterrassen als große Chance für ältere Menschen sieht, die vielleicht überfordert wären, wenn sie alleine in ihrer Wohnung oder einem Haus wohnen würden. In so einem Fall eine Wohnung im Betreuten Wohnen zu beziehen, sei nur vernünftig. Einer der wichtigsten Punkte dabei sei, so findet Thiel, dass die Menschen selbst für ihr Leben im Alter vorsorgen. „Die Menschen, die hier wohnen, haben die Entscheidung selbst, getroffen.“